Digitalisierung im Infrastrukturbau – offene Standards konsequent weiterdenken

Die digitale Transformation im Bauwesen ist in vielen Bereichen spürbar. Dennoch zeigt sich insbesondere im Infrastrukturbau, dass die konsequente Umsetzung von BIM, offenen Standards und datenbasierten Prozessen noch am Anfang steht.

Im Interview, durchgeführt von ALLPLAN Schweiz AG mit Prof. Dr. Adrian Wildenauer, Leiter des Competence Centers for Digital Building & Real Estate an der HWZ Zürich, werden zentrale Herausforderungen deutlich:

BIM ist kein Selbstzweck

Wildenauer betont, dass BIM nicht aufgrund externer Anforderungen umgesetzt werden sollte, sondern aus einem klar erkennbaren Eigennutzen heraus. Entscheidend sind:

  • klare Strategien für Prozesse, Daten und Systeme
  • definierte Erwartungen an die Modellierung
  • interne Effizienzsteigerung als Motivation

Damit wird deutlich, dass der Erfolg digitaler Methoden weniger an der Technologie als an der strategischen Anwendung hängt.

Datenkompetenz und offene Standards

Ein wiederkehrendes Thema ist die Durchgängigkeit von Daten. Gerade im Infrastrukturbereich mit zahlreichen Beteiligten ist dies besonders anspruchsvoll.

Offene, softwareübergreifende Standards wie IFC sind essenziell, dürfen jedoch nicht überdehnt werden. Gleichzeitig braucht es datenkompetente Bau- und Projektleitende, die mit digitalen Modellen verantwortungsvoll umgehen können.

Digitalisierung braucht Dialog

Trotz zunehmender Digitalisierung bleibt der persönliche Austausch zentral. Komplexe Fragestellungen lassen sich häufig besser im direkten Dialog klären. Digitale Werkzeuge unterstützen, ersetzen aber nicht das gemeinsame Verständnis.

Zukunftsperspektive 2036

Mit Blick auf alternde Infrastruktur, Fachkräftemangel und Wissensverlust durch Pensionierungen wird klar: Strategische Investitionen in Bildung, Standardisierung und digitale Prozesse sind zwingend notwendig, um die Zukunftsfähigkeit der Branche zu sichern.

Bild: Prof. Dr. Adrian Wildenauer und Stephan Aeschlimann

Einordnung aus Sicht des openBIM-Verbands

Die im Interview angesprochenen Themen, offene Standards, Interoperabilität, Datenqualität, Kompetenzaufbau, sind zentrale Anliegen der openBIM-Methode. Veranstaltungen, die diese Fragestellungen praxisnah und aus verschiedenen Perspektiven beleuchten, tragen zur Weiterentwicklung der Branche bei.

In diesem Kontext findet am 25. März 2026 in Zürich der durch unser Verbandsmitglied ALLPLAN Schweiz AG, organisierte Infrastruktur Kongress 2026 statt. Der Anlass bringt Vertreter aus Planung, Bauwirtschaft, öffentlicher Hand und Industrie zusammen und widmet sich den Herausforderungen und Chancen der digitalen Transformation im Infrastrukturbau.

Weitere Informationen zur Veranstaltung finden sich unter:
www.allplan.ch/kongress2026